Die Corona Krise stellt eine ernstzunehmende Bedrohung für unsere Gesundheit und für unser gesamtes Wirtschaftssystem dar. Diese Krise betrifft Arbeitnehmer und Arbeitgeber gleichermaßen. Um Massenkündigungen zu verhindern, hat die Regierung ein umfassendes Modell für Kurzarbeitszeit geschaffen.


Damit wird es möglich sein, die Arbeitszeit auf bis zu 0 Stunden zu reduzieren, das Beschäftigungsverhältnis bei fast vollem Lohnausgleich aber trotzdem aufrecht zu halten. Der Arbeitgeber muss dabei nur die Arbeitszeit bezahlen, die tatsächlich geleistet wird. Für die restlichen Kosten kommt der Staat via AMS auf. Durch diese Maßnahmen sollen Kündigungen vermieden werden.


Sollten Arbeitgeber trotz der neu geschaffenen Möglichkeit der Kurzarbeit eine Kündigung aussprechen, wäre diese in zahlreichen Fällen anfechtbar. Folgende Konstellationen sind vorstellbar:

Kündigung eines mit dem Corona Virus (CoViD19) infizierten Dienstnehmers:

Eine derartige Kündigung wäre unserer Meinung nach diskriminierend, zumal die Erkrankung den Dienstnehmer ja - Risikopatienten abgesehen - nicht längere Zeit an der Erbringung der Arbeitsleistung hindert. Eine derartige Kündigung sollte auf jeden Fall angefochten werden.

Kündigung von Dienstnehmern wegen Corona bedingter Geschäftseinbußen:

Allgemein bedarf eine Kündigung in Österreich (anders als in Deutschland) keiner Begründung. Es gibt aber zahlreiche Ausnahmefälle, in welchen eine Kündigung begründet werden muss. Der häufigste Ausnahmefall ist die sozialwidrige Kündigung (siehe die allgemeinen Informationen auf https://kuendigungs-anfechtung.at). Grundsätzlich können auch bei Sozialwidrigkeit sogenannte betriebsbedingte Gründe zu einer zulässigen Kündigung führen.

Bedingt durch die Corona Krise haben sehr viele Unternehmen massive Geschäftseinbrüche zu erleiden. Diese Geschäftseinbußen würden aus meiner Sicht eine betriebsbedingte Kündigung rechtfertigen. Allerdings sieht das Gesetz vor, dass ein Arbeitgeber vor dem Ausspruch einer betriebsbedingten Kündigung einen Sozialvergleich anstellen muss. Dabei wird verglichen, für welchen Arbeitnehmer die Kündigung die größere „soziale Härte“ bedeutet. Unterlässt der Arbeitgeber den Sozialvergleich, dann kann er sich nicht auf die Betriebsnotwendigkeit berufen. Ein Sozialvergleich, der nur auf der Verarbeitung von automatisierten Daten (der Computer spuckt aus, wer gekündigt wird) basiert, wird dabei nicht zulässig sein. Der Arbeitgeber müsste sich also jeden Einzelfall anschauen und begründen, warum gerade die jeweils betroffene Person von der Kündigung betroffen ist.


Somit dürften auch coronabedingte, betriebsnotwendige Kündigungen in vielen Fällen anfechtbar sein. Im Hinblick auf das gerade erst geschaffene Kurzarbeitszeitmodell könnten derartige Kündigungen auch sittenwidrig sein.


Es wird immer der Einzelfall zu bewerten sein. Sofern Sie von einer Corona bedingten Kündigung betroffen sind, nehmen Sie bitte Kontakt mit mir auf. Am besten verwenden Sie dabei das Kontaktformular oder rufen uns direkt unter +43 5522 81999 an.

Es wird immer der Einzelfall zu bewerten sein. Sofern Sie von einer Corona bedingten Kündigung betroffen sind, nehmen Sie bitte Kontakt mit mir auf. Am besten verwenden Sie dabei das Kontaktformular oder rufen uns direkt unter +43 5522 81999 an.